Sonntag, 28. April 2019

Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis

Zusammenfassung


Der letzte Zweck aller Wissenschaft und Religion ist die systematische Erkenntnis der Wahrheit. Dem objektiven Verstand sind jedoch durch den rein subjektiven Wesenskern der Wirklichkeit prinzipielle Grenzen gesetzt (Gödelsches Unvollständigkeitstheorem). Da er nur durch Vergleich erkennen kann, entzieht sich ihm die Singularität, das eigenschaftslose, unbegreifliche Sein. Die Wirklichkeit ist konzentrisch aufgebaut: Die äußere, sichtbare Welt ist Symbol der inneren, unsichtbaren. Und da sich alles analog zueinander verhält (wie innen, so außen, wie oben, so unten), muss auch der konkrete, materielle Kosmos konzentrisch aufgebaut sein - wodurch die Zellularkosmologie abstrakt bewiesen wäre. Der kabbalistische Baum des Lebens mit seinen zehn Sphären (Sephiroten) liefert dazu die "universale Struktur", die sowohl auf der konkreten, als auch auf der abstrakten Betrachtungsebene anwendbar ist. Das Zentrum verhält sich dabei zur Peripherie wie die Einheit zur Vielfalt, wie der Mittelpunkt zum Kreis. Beide bedingen einander und spannen das Schöpfungsparadox auf. Ein anderes Wort für dieses immerwährende, immerschöpferische, ineinander und auseinanderstrebende Spannungsverhältnis ist - Liebe!

Was ist Wahrheit?


Das Sein als innerste und höchste Wahrheit
Über den Wahrheitsbegriff herrscht zunehmende Verwirrung in einer Zeit, wo Relativismus (“es gibt keinen absoluten Maßstab für menschliches Verhalten / es gibt nichts Absolutes / es gibt keine Mitte, kein Allerheiligstes”) und Existenzialismus (“es gibt keine göttliche oder kosmologische Ordnung, Theorie kann nur subjektiv vom einzelnen ausgehen”) um sich greifen. Eine einfache etymologische Betrachtung ist hier aufschlussreich: Im Sanskrit ist "satya" der Begriff für Wahrheit, der sich aus "sat" (das Sein) und "tya" (das Ding / "Thing") zusammensetzt, also das "seiende Ding", das "Ding an sich" bezeichnet, das einfach nur "ist" - eigenschaftslos und damit unveränderlich. Vgl. das "Ich bin" - der Name Gottes.  Wir könnten also zunächst feststellen:
Wahrheit ist das Zugrundeliegende, Ursächliche und Unveränderliche.
Aber dieser Definition würde angesichts des abstrakten "Seins" noch etwas fehlen: 
Wahrheit ist letztlich subjektiv, d.h. nicht objektivierbar.
Und tatsächlich: Mit seinem epochalen Unvollständigkeitstheorem bewies Kurt Gödel, der größte Logiker des 20. Jahrhunderts, dass es kein hinreichend mächtiges axiomatisches System gibt, das alle Aussagen innerhalb seiner selbst beweisen kann. Es gibt also stets wahre, aber dennoch nicht beweisbare, bzw. nicht widerlegbare Aussagen (vergleichbar mit der weder falschen, noch wahren, sondern metalogisch "unentscheidbaren" Aussage "Ein Kreter sagt: alle Kreter lügen"). Ein System oder Kalkül ist damit entweder paradox und vollständig, oder widerspruchsfrei und unvollständig.


Somit bleibt immer eine Lücke vorhanden, durch die das Leben aus der unveränderlichen, subjektiv-singulären Seinsquelle erneuernd in die zur Verkrustung neigende objektiv-mannigfaltige Schöpfung nachströmt und sie periodisch aufbricht (vgl. die religiösen Offenbarungen der unveränderlichen Wahrheit in immer neuen, dem Zeitgeist angepassten Lehren).

Was ist Erkenntnis?


Erkenntnisfähigkeit unterscheidet den Menschen vom Tier. Während das Tier jahrein, jahraus in Regelkreisen lebt, kann die menschliche Gesellschaft durch eine einzige Erkenntnis (bzw. Erfindung) einen neuen “Aggregatszustand” einnehmen. Erkenntnis wird durch Vergleich gewonnen, durch die Analogie: Etwas Neues, Unbekanntes kann nur erkannt werden, indem man dessen Eigenschaften mit etwas Altem, Bekanntem vergleicht. Voraussetzung ist hierbei, dass das Neue und das Alte vergleichbare Eigenschaften besitzen (z.B. Form, Farbe, Verhalten). Das wiederum setzt voraus, dass alle Dinge eine gemeinsame Ursprungsebene haben. Die Einheit aller Dinge ist also das Dogma, auf dem Erkenntnis und das Analogiedenken allgemein aufsetzen.
Erkenntnis wird durch Vergleich des Unbekannten mit dem Bekannten erlangt.
Und in diesem Sinne möchte ich einen Grundlagentext vom „Anonymus d’outre tombe“ (Pseudonym) nicht vorenthalten, der in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann:
    Wie die Konzentration die Grundlage für allen praktischen Erfolg ist, so ist es das Dogma von der Grundeinheit der Welt in Hinsicht auf alle Erkenntnis – ohne sie ist keine Erkenntnis denkbar.     Das Dogma der Einheit des Wesens von allem, was existiert, geht jedem Erkenntnisakt voraus, und jeder Erkenntnisakt setzt das Dogma von der Einheit der Welt voraus.
    Das Ideal oder das letzte Ziel aller Philosophie und aller Wissenschaft ist die Wahrheit. Aber "Wahrheit" hat keinen anderen Sinn als den der Reduktion der Vielheit der Erscheinungen auf die wesensmäßige Einheit - von den Tatsachen zu den Gesetzen, von den Gesetzen zu den Prinzipien, von den Prinzipien zum Wesen oder zum Sein. Alles mystische, gnostische, philosophische und wissenschaftliche Suchen und Forschen nach der Wahrheit postuliert die Existenz dieses Dogmas, d.h. die Grundeinheit der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen in der Welt. Ohne diese Einheit wäre nichts erkennbar. Wie könnte man fortschreiten vom Bekannten zum Unbekannten - und genau das ist die  Methode des Fortschrittes in der Erkenntnis -, wenn das Unbekannte mit dem Bekannten nichts zu tun hätte; wenn das Unbekannte, mit dem Bekannten keinerlei Verwandtschaft hätte und wenn es ihm absolut und essentiell fremd wäre? Wenn wir sagen, dass die Welt erkennbar ist, d.h., dass es Erkenntnis als solche gibt, erklären wir durch eben diese Tatsache das Dogma von der essentiellen Einheit der Welt oder ihre Erkennbarkeit. Wir erklären, dass die Welt kein Mosaik ist, in welchem eine Vielzahl von Welten, die einander völlig wesensfremd sind, zusammengefügt ist, sondern dass sie ein Organismus ist, bei dem alle Teile vom gleichen Prinzip beherrscht werden, das sie offenbaren und auf das sie sich zurückführen lassen. Die Verwandtschaft aller Dinge und aller Wesen ist die unbedingte Voraussetzung, die "conditio sine qua non", ihrer Erkennbarkeit.
     Nun hat die uneingeschränkt anerkannte Verwandtschaft aller Dinge und aller Wesen eine Erkenntnismethode hervorgebracht, die dem genau entspricht. Sie ist allgemein bekannt als „Methode der Analogie“. Die Analogie ist kein Dogma oder Postulat, wie es die essentielle Einheit der Welt ist, sondern sie ist die erste und grundlegende Methode (das Alpha im Alphabet der Methoden), deren Gebrauch es möglich macht, in der Erkenntnis Fortschritte zu machen. Sie ist der erste aus dem Dogma der universalen Einheit gezogene Schluss: weil auf dem Grunde der Mannigfaltigkeit der Phänomene sich ihre Einheit auf solche Weise findet, dass sie zugleich verschieden und eins sind, sind sie weder identisch noch heterogen, sondern analog, insofern sie ihre Wesensverwandtschaft bekunden.
     In der Logik, welche die Grundlage der Philosophie und der Wissenschaften ist, spielt die Analogie folgende Rolle:
        1. Das Verfahren der Klassifikation der Dinge aufgrund ihrer Ähnlichkeit ist der erste Schritt auf dem Weg des Forschens mittels der induktiven Methode. Es setzt die Analogie der Dinge, die zu klassifizieren sind, voraus.
        2. Die Analogie (der Analogieschluss) kann die Grundlage von Hypothesen bilden. So geht die berühmte Urnebelhypothese von Laplace auf die Analogie zurück, welche er in der Richtung der kreisförmigen Bewegungen der Planeten um die Sonne, der Bewegung der Trabanten um die Planeten und der Drehung der Planeten um ihre Achse beobachtete: Er schloss also von der sich in diesen Bewegungen äußernden Analogie auf ihren gemeinsamen Ursprung.
       
       3. John Maynard Keynes sagt: „Die wissenschaftliche Methode strebt hauptsächlich nach Mitteln, um die bekannte Analogie so weit zu steigern, dass wir die reine Induktion möglichst entbehren können.“ (A Treatise on Probability, dt: Über Wahrscheinlichkeit (Leipzig 1926) S. 206).
    Nun beruht die „reine Induktion“ auf einer einfachen Aufzählung; sie ist im Wesentlichen nur ein Schluss auf der Grundlage von statisch erfassten empirischen Daten. Danach würde man z.B. sagen: Da Johann ein Mensch ist und gestorben ist, da Peter ein Mensch ist und gestorben ist, da Michael ein Mensch ist und gestorben ist usw., ist der Mensch sterblich. Die Stärke dieses Argumentes hängt ab von der Zahl oder Quantität der durch Erfahrung bekannten Tatsachen. Die Methode der Analogie dagegen fügt der Quantität das qualitative Element hinzu, das von inhaltlicher Tragweite ist.     Hier ein Beispiel für einen Analogieschluss: Andreas ist aus Materie, Energie und Bewusstsein gebildet. Da die Materie nicht mit seinem Tode verschwindet, sondern lediglich ihre Form wechselt; da die Energie nicht verschwindet, sondern nur die Art ihrer Aktivität ändert, kann auch das Bewusstsein von Andreas nicht einfach verschwinden, sondern es muss seine Form und seine Art oder Ebene der Aktivität ändern. Also ist Andreas unsterblich.
    Dieses Argument beruht auf der Formel des Hermes Trismegistos: Was unten ist (Materie, Energie), ist wie das, was oben ist (Bewusstsein). Wenn es also ein Gesetz von der Erhaltung der Materie und der Energie gibt (obwohl die Materie sich in Energie umwandelt und umgekehrt), so muss notwendigerweise auch ein Gesetz bestehen von der Erhaltung des Bewusstseins oder von der Unsterblichkeit.
    Nach Keynes ist es das Ideal der Wissenschaft, Mittel zu finden, um die Tragweite von bekannten Analogien so weit zu treiben, bis man ohne die hypothetische Methode der reinen Induktion auskommen kann, d.h., bis man in der Lage ist, die wissenschaftliche Methode in reine Analogie umzuwenden, die auf reiner Erfahrung beruht ohne hypothetische Elemente, wie sie der reinen Induktion immanent sind. Dank der Methode der Analogie macht die Wissenschaft ihre Entdeckungen (indem sie vom Bekannten zum Unbekannten fortschreitet), bildet sie ihre fruchtbaren Hypothesen und verfolgt sie ein leitendes methodisches Ziel. Die Analogie ist ihr Anfang und Ende, ihr Alpha und Omega.
    In der spekulativen Philosophie und der Metaphysik kommt der Analogie dieselbe Rolle zu. Alle Schlussfolgerungen von metaphysischer Tragweite beruhen einzig und allein auf der Analogie, d.h. der Entsprechung von Mensch, Natur und der intelligiblen oder metaphysischen Welt. So bedienen sich die beiden Hauptautoritäten der methodischsten und diszipliniertesten Philosophie – der mittelalterlichen Scholastik - , der hl. Thomas von Aquin und der hl. Bonaventura (der eine Repräsentant des Aristotelismus und der andere Vertreter des Platonismus in der christlichen Philosophie), nicht nur der Analogie, sondern sie weisen ihr auch eine sehr wichtige theoretische Rolle in ihren Lehren zu. Der hl. Thomas von Aquin stellt die Lehre von der "Analogia entis - der Analogie des Seins" auf, die der Hauptschlüssel seiner Philosophie ist. Der hl. Bonaventura interpretiert in seiner Lehre von der "Signatura rerum" die ganze sichtbare Welt als Symbol der unsichtbaren Welt. Für ihn ist die sichtbare Welt nur eine andere Heilige Schrift, eine andere Offenbarung neben derjenigen, die in der eigentlichen Heiligen Schrift enthalten ist.
    „Et sic patet quod totus mundus est sicut unum speculum plenum luminibus praesentantibus divinam sapientiam, et sicut carbo effundens lucem.“
    "Und so ist offenbar, dass die ganze Welt wie ein einziger Spiegel ist, voll von Lichtern, die die göttliche Weisheit darstellen, und wie eine lichtsprühende Kohle."
    [Flamme im Zelt, Feuer in der Kohle: Symbol für Symmetrie und Asymmetrie, Dynamik und Statik. Im Vaterunser ist ebenfalls die Analogie zwischen oben und unten enthalten: "Wie im Himmel, so auf Erden." (P.M.)]
    Nun sind der hl. Thomas und der hl. Bonaventura durch Sixtus V. im Jahre 1588 und von neuem 1879 durch Leo XIII. feierlich erklärt worden als: "duae olivae et duae candelabra in domo Dei uncentia“ - zwei Ölbäume und zwei strahlende Leuchter im Hause Gottes. Philosophie, Wissenschaft und öffentliche Lehre der Kirche bedienen und bestätigen also die Formel der von der Tradition geweihten "Tabula Smaragdina".
    - Quelle: „Anonymus d’outre tombe“, Die Großen Arkana des Tarot, Band 1, S. 11 ff. 

Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis


Die Aufgabe der Wissenschaft wird gerade von Naturwissenschaftlern falsch verstanden. Sie glauben, dass es lediglich um das “Wie” ginge und das “Warum” einfach außen vor gelassen werden könne. In einer Urteilsbegründung hatte das Bundesverfassungsgericht den Wissenschaftsbegriff interessanterweise aber an den Wahrheitsbegriff gekoppelt:
"Unter Wissenschaft fällt alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter Versuch zur Ermittlung von Wahrheit anzusehen ist (vgl. BVerfGE 90, 1 <12>).”- Urteilsbegründung BvR 484/99
Wissenschaftliche Erforschung der Wahrheit erfolgt stets vom Veränderlichen zum Unveränderlichen, vom Oberflächlichen zum Grundlegenden, von der Wirkung zur Ursache. Dabei können vier Ebenen unterschieden werden (s. Titelgrafik): Die Phänomene, die Naturgesetze (wo die Physiker bereits Halt machen), die kosmischen Prinzipien und das reine, himmlisch-göttliche Sein.

In der Erkenntnis der Wahrheit wenden Naturwissenschaften, Numerologie und Spiritualität grundsätzlich dieselbe Analogiemethode an. Während sich die “exakten Naturwissenschaften” heutzutage ausschließlich mit den unteren zwei Ebenen befassen (Phänomene, aus denen die Naturgesetze abgeleitet werden), setzt die Numerologie (und die Astrologie als ihre Unterdisziplin) direkt an der Ebene der Prinzipien an, die sich u.a. auch in den Grundzahlen 1 bis 9 manifestieren. Denn Zahlen sind weit mehr als Quantoren, sie sind in erster Linie Qualifikatoren. Sie zählen nicht nur, sondern “er-zählen” (vgl. die Vortex-Mathematik von Marco Rodin). Zahlen werden nicht er-funden, sondern ge-funden. Die spirituellen Mysterienschulen - als komplementärer Gegenpol der exakten Naturwissenschaften - erlangen ihren Erkenntnisgewinn durch Kontemplation und Meditation über das reine Sein, also über die höchste Wahrheitsebene.

Die vier Erkenntnisebenen im Beispiel


Prinzipien unterscheiden sich von Naturgesetzen in ihrem Abstraktionsgrad. Während sich die Gesetze auf die Wechselwirkung konkreter Objekte und Kräfte beziehen, beschreiben die Prinzipien die analoge Qualität der Vorgänge. Durch die Abstrahierung auf grundlegendere Ebenen sind grundlegendere Erkenntnisse möglich.
Beispiel 1: phänomenologisch (1) wird beobachtet, dass jeder Aktion eine Reaktion folgt. Das Naturgesetz (2) dahinter der Impulserhaltungssatz. Er sagt voraus, was z.B. beim Zusammenprall zweier gleich schwerer Kugeln geschieht: die aufprallende (agierende) bleibt stehen, weil die ruhende (reagierende) der Aktion die Reaktion entgegensetzt, den Impuls dabei komplett absorbiert. Das metaphysische Prinzip (3) dahinter könnte die Yin-Yang-Polarität: Ein Yin-Impuls löst eine Yang-Gegenreaktion aus. Über dem Prinzip der Polarität steht wiederum die Einheit allen Seins (4), in der die Summe aller Impulse dieselbe bleibt.

Beispiel 2: yang-männlich-kontrahierend-strahlend-fokussierend-aktion gegen yin-weiblich-expandierend-reflektieren-streuend-reaktion. Wenn man z.B. weiß, dass 95% der Balance im Körper von der Ernährung abhängen und z.B. Zucker als yin-induzierend (öffnend, erweiternd) erkannt hat, kann man ein ernährungstechnisches Gegenmittel ohne medizinische Kenntnisse schneller finden, indem man in der Kategorie unter den yang-induzierenden Ausgleichsmitteln (abrenzend, fokussierend, zusammenhaltend) sucht und als stärkstes yang-Mittel Salz findet. Salz ist also der natürliche Gegenspieler von Zucker (vgl. "Die Salzlüge").

Beispiel 3: Die Zahl Zwei entspricht unter den sieben Planeten dem Mond und dem Metall Silber. Die Zwei bedeutet Teilung und Verdoppelung (Oktavierung) zugleich, das Opfer, aber auch Wachstum und Regeneration als natürliche Aktion-Reaktion-Folge des Opfers. Bei verbrannter Haut bewirkt Silber (neben seiner antibakteriellen Wirkung) eine schnellere Regeneration der Hautzellen als jedes andere Mittel, weil sich die Blutkörperchen in Stammzellen verwandeln und das Gewebe erneuern. Mondlicht soll ebenfalls besonders heilend wirken, vor allem, wenn es konzentriert wird. Von den anderen Metallen ist keine derart starke medizinische Wirkung bekannt.

Beispiel 4: Es soll gelungen sein, die makroskopische Wirtschaftsmechanismen einer Gesellschaft als abstrakten elektrischen Schaltkreis (
Verbraucher, Relais, Widerstände, Spannungsquelle, Kondensatoren, Schalter, Spulen uam.) zu modellieren, um aufgrund der Gesetze der Elektrizität (z.B. Stromfluss I = Spannung U / Widerstand R) die Folgen von Eingriffen genau vorhersagen zu können.

Analogie zwischen Erkenntnisweg, Entwicklungsweg und kosmischer Ordnung


Weil die Schöpfung paradox aufgebaut ist (Einheit in der Vielfalt), sind beide Enden - die Phänomene und das Sein verbunden und müssen gleichermaßen "erfahren" werden. Das Symbol dafür ist die "göttliche Leiter", auch Jakobsleiter genannt, die das Obere mit dem Unteren verbindet.

Die Königin der Wissenschaften ist die Kosmologie. Sie befasst sich mit der (göttlichen) Ordnung hinter der Schöpfung, sowie der Stellung des Menschen innerhalb dieser. Das Diagramm zeigt den dreischichtigen Zellularkosmos (Erde-Raum-Himmelsfeste), dem der kabbalistische Lebensbaum mit seinen Planeten (Sephiroten) als innerem Entwicklungspfad entspricht:

Entwicklungsweg gemäß dem Baum des Lebens

Der konzentrische kabbalistische Baum als die
Urstruktur des Universums und des
Erkenntnis- und Entwicklungsweges der Seele.
Die Synthese von Exoterik (Naturwissenschaft) und Esoterik (Spiritualität) bedarf einer hermetischen Kosmologie, in der die berühmten Gesetze des Hermes Trismegistos gelten (“Wie oben, so unten, wie innen, so außen, wie im Großen, so im Kleinen”). 

Below the upper, above the lower is he [the sun] who knows his father.
- Rigg Veda
DIE GÖTTLICHE LEITER
 

The Divine Ladder. Source: Creating the Soul Body

Die Erweiterung des Bewusstseins über das Spektrum der Entwicklungsstufen erfolgt eher sprunghaft, denn kontinuierlich. Wie wir herausfanden, wird in der Rigg Veda die Erweiterung des Bewusstseins mit dem Aufsteigen und Absteigen auf einer göttlichen Leiter verglichen, deren Sprossen durch alle Welten gehen: "Diese Stufen, die absteigend genannt werden, werden auch als aufsteigend bezeichnet. Sie tragen die göttlichen Sphären, als ob sie an einer Stange zusammengespannt wären.
     In der Antike wurden Leitern oft gebaut, indem man Stöcke an einen Mast anband; eine Praxis, die im ländlichen Indien immer noch verbreitet ist. Die Ältesten setzten den Prozess des Aufstiegs und des Absteigens gleich, weil die erleuchtete Seele gleichzeitig in Richtung des unendlichen Großen aufsteigen und in Richtung des unendlich Kleinen absteigen muss, um das kosmische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten; denn jedem Aufstiegsschritt muss ein entsprechender Abstiegsschritt folgen, so dass das Wissen über die mikroskopischen Teile und das makroskopische Ganze zusammenwachsen.
    Wir können eine ähnliche Vorstellung im Buch der Genesis finden, in dem die göttliche Leiter Jakob, dem Enkel Abrahams, in einem Traum offenbart wird: "Und siehe, eine Leiter, die auf der Erde aufgestellt ist, und deren Spitze in den Himmel reicht: Und siehe, wie die Engel Gottes auf ihr auf- und absteigen. Und siehe, der Herr stand oben an ihrer Spitze und sagte: Ich bin der Herr, der Gott Abrahams, dein Vater."
    Die vedischen und hebräischen Weisen haben sich höchstwahrscheinlich das Spektrum des Bewusstseins ähnlich vorgestellt und benutzten dieselbe Analogie (die göttliche Leiter), um es zu beschreiben.

Die Weltformel wird es niemals geben,
denn das Paradox ist die Grundlage der Schöpfung:
die Einheit in der Vielfalt.
Ein anderes Wort für dieses Prinzip ist "Liebe".

Liebe ist mehr als nur ein Gefühl, sie ist das Grundprinzip der Schöpfung - die Einheit in der Vielfalt. Und daher ist Liebe auch immer die Antwort. Liebe gewährt Freiheit (zum Bösen), weil sie vertraut und glaubt. Aber sie erträgt umgekehrt auch alles willig, und dafür steht die Kreuzigung. Jesus hat wohl während seiner letzten Stunden, trotz unvorstellbarer Schmerzen, den 22. Psalm mit übermenschlicher Überwindung rezitiert, während sich seine Prophetie Wort für Wort an ihm erfüllte, beginnend mit "Mein Gott, mein Gott...." und endend mit "Es ist getan / er hat es vollbracht".

Mittwoch, 24. April 2019

Schiller vs. Kant or Souvereignity vs. Control


Translated with DeepL from original article
Kants image of man was diametrically different from Schillers view

Today it is easy to see where the convergence of legally sanctioned invasion of privacy and the massive expansion of surveillance technologies will lead! But what is the driving force behind this frightening, seemingly unstoppable development? It is ultimately the negative image of man that paradoxically represented the same Enlightenment philosopher Immanuel Kant, who also demanded the "exit from self-inflicted immaturity".

The Chinese social credit system


Each individual should ask himself which image of man he represents: good or bad from the ground up? The state forms itself accordingly! The Kantsche scenario is currently being "cemented": What is technically feasible is implemented today: In the future, all behaviour of individuals in their homes or outside can be recorded fully automatically by so-called "smart meters". The 5G technology already underway will dramatically reduce the size of radio cells so that RFID monitoring will also be possible, and the Internet of Things will really capture all immobile and moving objects. In this technocratic scenario, the human being is only a "resource", or rather a "disruptive factor", that has to be managed and optimized.

 "So what?" asks the modern sleeping sheep, "I don't have anything to hide, do I? We live in a democracy with human rights, don't we?" Dream on! The "great dictator" is not a man! We are talking about the fully automatic Social Credit System (SC), as it was introduced in China last year. Anyone who behaves inappropriately (e.g. goes shopping by car instead of by bicycle or otherwise produces CO² unnecessarily) gets points deducted; anyone who obeys (visits his parents regularly, jets less often on holiday) is rewarded with points by the system. As a result, the Chinese are said to have been denied 17 million flights. Mobility is becoming more and more restricted. Quote Angela Merkel: "In 20 years you will only be allowed to drive independently with a special permit." In addition, of course, there is the cashless payment transaction, which logs all purchased and sold items, including place, time and transaction partner.



Between intelligent city management and total surveillance, it's just a click away.

        "Anyone who dares to constantly complain about the grievances in the country in the social media gets points deducted. Wang speaks of the 'communist model citizen' that the Chinese leadership wants to create in this way. At the same time, it means 'total control'."
        - Felix Lee: The AAA citizens
 Everything converges in a fully automated, seamless monitoring system of unprecedented global dimensions. Against this historically unique type of total surveillance à la Orwell 2.0, the Stasi state of the GDR was a children's birthday party. And in order to make this nightmare even more "competitive" and "dynamic", the planners have come up with further niceties, such as point deduction for contact or proximity to people with low scoring. That would even divide families and push the atomization of society to the extreme: everyone against everyone!

This development, however, is not a law of nature, but is based on a very specific image of man and state, as the Enlightenment philosopher Immanuel Kant sketched with frightening prophecy. For Kant, man is a beast "with an evil disposition", as he has put it in his draft of "Eternal Peace".
    "01... Now the republican constitution 02 is the only one which is completely appropriate to the right of men to endow, 03 but also the most difficult one to endow, rather to preserve, so 04 that many claim that it must be a state of angels, because 05 men with their selfish inclinations would not be capable of a constitution of such 06 sublime form. But now nature comes to the revered, but 07 powerless general will, founded in reason, in practice, and that precisely through those selfish inclinations to 09 help, so that it is only a matter of a good organization of the state 10 (which, however, is in the capacity of men) to direct that state's forces against each other in such a way that one stops the others in their destructive effect 12, or cancels them: so that the success for reason turns out as if both were not there at all, and so man, if not immediately 14 a moral=good man, is forced to be nevertheless a good citizen 15. The problem of establishing a state, as hard as it sounds, is solvable even for a people of devils (if they only have reason) 17 and so it is: "A multitude of rational beings, who in total demand 18 general laws for their preservation, but each of whom is secretly inclined to exclude themselves from them, to arrange and establish their constitution in such a way that, although they strive in their private minds against each other, 20 they still hold each other back in such a way that in their public conduct 22 success is the same as if they had no such evil minds 23."
    - Kant: AA VIII, To eternal peace. a... page 366

Kant thus dreamed of a "hard" solution with an iron fist, by skillfully "playing off the forces against each other". In his wildest dreams, he would probably not have imagined how perfectly his vision is realized today. But does this image of man do justice to reality? Crime is a matter of definition, as is illness. The main cause of crime is not innate malice, but poverty. Poverty is one of the worst forms of violence. If inequality and poverty increase, crime will automatically increase.

The environment is quite simply defined as sick, as are people. In reality, there is neither a man-made climate change nor a resource problem. The availability of resources is solely a question of energy prices - and that is precisely what is artificially driven up, because in a monopolised economy profit is not generated by increased production and lower prices, but by artificial scarcity, which is hidden behind bans (see also the ban on hemp, the fastest growing, chemical-free fibre resource ever) and deliberate undesirable developments (wind power). A healthy, dynamic society, which cannot always develop new, more basic, cheaper resources, is doomed to stagnation and thus doom. In addition to quantitative-limited growth, there is qualitative-unlimited growth, which is revealed in a universal principle of higher development: Increased efficiency through compression. This includes all high technologies, such as micronisation and energy compression, but also efficient transport and accommodation technologies. The most comprehensive parameter that summarises all this, according to the universal scholar Lyndon LaRouche, is population density, or population density potential. Only a healthy, developing society has great potential. In its bestseller "The Limits to Growth" of 1972, which was translated many times and sold for millions at the time, the NATO think tank "Club of Rome" simply ignored this distinction between horizontal and vertical growth and on this basis drew up a horror scenario which at the same time was the starting shot for the "green movement" of high finance (no, the first Greens were not housewives who were worried about their children, on the contrary: at that time they were still proud if their son wanted to become a pilot or a rocket designer!)

No, man is not a "parasite" or "useless eater" (quote HRH Prince Philip), but good from the ground up, as the great German Friedrich von Schiller explained. On his way to becoming a mature, sovereign citizen, he naturally makes minor and major mistakes, but these can be overcome and corrected. Schiller taught the exact opposite of Kant, even though he is often lumped together with Kant as a "Enlightenment philosopher". He jokingly described narrow-minded formalists like Kant as "bread scholars" (cf. his Jeaner inaugural speech as a history professor, for which he earned standing ovations in a completely overcrowded lecture hall).
    "Schiller's way of thinking always allows us to recognize the "philosophical head" who endeavors to "expand the field under study", who knows that "only the abstract mind ... has "made those limits" in science and its "noble impatience ... cannot rest until all his concepts have arranged themselves into a harmonious whole"; yes, he "smashes himself" his once erected building of ideas in order to "restore it more perfectly". At Schiller we always experience a thought process and are encouraged to think ahead ourselves.
    Through a complicated and dry lecture, Kant gives the impression of a deep, all-embracing contemplation that always self-critically illuminates one's own knowledge. If you take a closer look, the deep judgments unfortunately all too often turn out to be untenable prejudices, and many of the profoundly complicated-sounding sentences become poor trifles when you finally realize what they are meant to be. A formalistic, sometimes pedantic move is typical of Kant's way of thinking. I must admit that when I read Kant I often feel uncomfortable, because my thinking is not stimulated, as it is with Schiller, but on the contrary is pressed, restricted and manipulated in thought patterns. The famous "Kant's antinomies" are an example of such manipulation, a chain of arguments that contradicts real truth-finding."
    - Ralf Schauerhammer, New Solidarity 27/2003

According to Kant egoism is the driving force behind society, according to Schiller selfless parental love. Pessimism (ingratitude) or optimism (gratitude)? Half empty or half full? Every person feels - according to his own traumatisation by the parental home - involuntarily drawn to one of these diametrically opposed views.

Schiller's image of man


(Excerpt from "Something about the first human society after the guide of the Mosaic Document / Transition of People to Freedom and Humanity")
    "At the leading band of instinct, to which the unreasonable animal still now leads it, Providence had to introduce man into life and, since his reason was still undeveloped, stand behind him like a watchful nurse. Hunger and thirst showed him the need for food, which he needed to satisfy, had put it in abundant supply around him, and by smell and taste it guided him in his choice. Through a gentle climate she had spared his nakedness and through a general peace around him she had secured his defenceless life. The genus was preserved by the sexual instinct. As a plant and an animal, man was therefore perfect. Even his reason had begun to unfold from afar. Because nature still thought, cared and acted for him, his powers could focus more easily and unhindered on the calm view, his reason, not yet distracted by any worry, could build undisturbed on its tool, language, and tune the delicate thought game. With the eye of a fortunate man he saw now still around in creation; his joyful mind grasped all appearances unselfishly and purely and laid them down pure and louder in a lively memory. So the beginning of man was gentle and laughing, and this had to be if he was to strengthen himself for the fight that was ahead of him.

    If, then, we assume that Providence had stood still with him at this stage, man would have become the happiest and most witty animal - but he would never have stepped out of the guardianship of the natural instinct, his actions would never have become free and thus moral, he would never have gone beyond the limits of animality. In a voluptuous rest he would have lived an eternal childhood - and the circle in which he would have moved would have been the smallest possible, from desire to pleasure, from pleasure to rest and from rest to desire again.

    But man was destined for something completely different, and the powers that lay within him called him to a completely different bliss. What nature had taken over for him during his cradle years, he was now to take over for himself as soon as he was of age. He himself should become the creator of his bliss, and only the share he would have in it should determine the degree of this bliss. He was to learn to seek out the state of innocence that he had now lost through his reason and return as a free rational spirit to what he had started out from as a plant and as a creature of instinct; From a paradise of ignorance and bondage he should, if it were also after late millennia, work his way up to a paradise of knowledge and freedom, one where he would obey the moral law in his chest just as unchangeably, when he had served instinct in the beginning, when plants and animals still serve it today. So what was inevitable? What would have to happen if he had to move towards this ambitious goal? As soon as his reason had only tested its first forces, nature expelled him from its caring arms, or more correctly said, he himself, irritated by an impulse which he himself did not yet know, and ignorant of what he was doing great at that moment, he himself tore off from the guiding bond, and with his still weak reason, accompanied only by instincts from afar, he threw himself into the wild game of life, he set off on the dangerous way to moral freedom. So if we transform that voice of God in Eden, which forbade him the tree of knowledge, into a voice of his instinct, which withdrew him from that tree, then his supposed disobedience against that divine commandment is nothing other than - a falling away from his instinct - thus the first expression of his self-activity, the first daring piece of his reason, the first beginning of his moral existence. This apostasy of man from instinct, which indeed brought moral evil into creation, but only in order to make moral good possible in it, is without contradiction the happiest and greatest event in human history, from this moment on his freedom is written, here the first distant foundation stone was laid for his morality..." (1)


Kant's image of man


Ralf Schauerhammer describes in his brilliant article the Kantian view of man as it is also represented by today's politicians 1:1, especially by the Green women: Man as an "animal too intelligent":

    Kant divides the development into four steps, which man's reason makes, and assigns biblical passages to these steps. Why just four steps, and why these, he does not explain. In the first step, which reason goes beyond instinct, it extends the limits of food intake beyond instinct. For Kant this is not a liberation and qualitative change of man, but a thoroughly problematic thing, and immediately the abuse arises from this first use of reason.

        "As long as the inexperienced man obeyed nature's call, he was good at it. Soon reason alone began to move and search. ... to extend his knowledge of food beyond the limits of instinct... But it is a characteristic of reason that it can artificialize desires with the aid of the power of imagination, not only without a natural instinct directed toward them, but even against them, which in the beginning receive the name of lechery, but through which, little by little, a whole swarm of dispensable, even unnatural inclinations, and the naming of opulence, is concocted.

    If one sees it that way, one does not want to rejoice at all about the new freedom of reason, for it lies in the "quality of reason" that it immediately produces all possible "nature-adverse inclinations" from which the animal being is spared.
    And so Kant, in his "Comment" on the Scriptures, explains the Fall of Man as well as Schiller as "the transition from the guardianship of nature to the state of freedom", but this "first step" was for Kant a "fall" and "a multitude of unknown evils of life the consequence of this fall". That's the just punishment for this case. Kant's reasoning: "So the history of nature begins with the good, because it is the work of God; the history of freedom from evil, because it is the work of man." Schiller alludes in his writing to this point of view in obvious irony, when he says that probably a "people's teacher" could speak of a "case" at this step, "but the philosopher" must "wish happiness to human nature for this important step to perfection".

    "We meet a fundamental contradiction here. The one who wants a state in which a small oligarchy dominates the majority must assume that man is bad to justify oppressing the majority by laws and coercion (however subtle and "modern" he may be), while the representatives of a free state always proceed from the good man who can be improved and see their main task in educating as many fellow human beings as possible to responsible citizens.... The difference between Kant's and Schiller's way of thinking and conception of man [is] not a theoretical question, but a question of practical politics".
    - R. Schauerhammer
    "Man is evil by nature. He does good not out of inclination, but out of sympathy and honour."
    - I. Kant: Reflections on Anthropology, 1425. AA XV, page 622, 9f

    "Man is an animal that, when it lives among others of its kind, needs a Lord. For he certainly abuses his freedom in the sight of others like him; and whether he, as a rational creature, desires a law that limits the freedom of all, yet his selfish animal inclination, where he is allowed to exclude himself, seduces him.
    - I. Kant: Idea for a general history in cosmopolitan intention, 1784. Sixth sentence  

Kant's strength was not compassion or humanity, but categorization, which also did not stop at human races:
    "Mankind is in its greatest perfection in the race of whites. The yellow Indians already have a lesser talent. The Negroes are far deeper, and the deepest are some of the American peoples. [...] The Negroes of Africa have no sense of nature that would rise above foolishness."
    - Kant AA IX, Of the different breeds


The perfide strategy of the oligarchy is to deliberately allow the environment to deteriorate and prevent real solutions, in order to morally wear people down, to persuade them of their wickedness and inability! Ingenious solutions for plastic disposal in all the oceans of the world simply do not receive the support that they should logically receive in view of the anti-plastic campaign, although they are already mature and in use on a small scale. It would create an atmosphere of optimism and question the increasingly massive restrictions. The Green Movement is an art movement, recognizable by the fact that it ignores such initiatives and always demands only new conditions and restrictions. Right from the start, it was the spearhead of the shortage industry. Environmental protection tires in the eco dictatorship:
    "We have recognized that a detachment of man from nature, from the whole of life to its destruction... leads. Only by reintegrating man into the natural whole can [man] be made to strengthen. This is the deepest meaning of the biological task of the present. It is no longer man alone that is at the centre of thought, but life as a whole, as it is revealed in all living beings on earth. No reasonable biologist will overlook the importance of everything that elevates man above other organisms. This striving for connection with life as a whole, indeed with nature in general, into which we were born, but that, as far as I can see, is the deepest meaning and the very essence of National Socialist thought."
"Oh, pardon me! In the diary of the "green movement" we apparently turned back a few pages too far. The quote comes from the book "Biologischer Wille, Wege und Ziele biologischer Arbeit im neuen Reich" (Biological Will, Paths and Goals of Biological Work in the New Reich, 1934) by Ernst Lehmann, who saw the "task of biology" at that time as "forging new weapons for the elimination of the dangers of racial mixing". Representatives of the "green movement" of today could not have said it better. Rather, they would have omitted the reference to "what elevates man above other organisms"." (Taken from: "Sackgasse Ökostaat" / dead end eco-state)

The following quotation also gets an oppressive ambiguity in this context:
    "A good development is only possible if we reduce the differences not only between the peoples, but also between man and nature. A peaceful future for mankind will only be secured if we also find peace with nature." (Helmut Kohl)
Then - last but not least - there is also the "libertarian model" of a social order that thinks it can get by without a state. Irrespective of the fact that a state structure is in principle only an expression of a more highly developed "social organism", this model must also be measured by its image of man, because this was the basis of the form of government at all times (Kant/Schiller's opposition was also reflected, for example, in the rivalry between Sparta and Athens).

Ultimately, there is no way around the spiritual development of man!

    "The political-ecological crisis of our time is a psycho-cosmological crisis. We are in truth cosmic beings and 'meant' by the cosmos."
    - Jochen Kirchhoff


The negative image of man is getting in the way - who's surprised? - also in a negative cosmology! Already Oswald Spengler, in his monumental critique "The Decline of the West", explained the gradual emergence of the oppressive idea of the emptiness of the universe, which was still completely foreign to ancient peoples. The externally perceived emptiness, the "world as a peep-box" is an expression of a "Faustian feeling of emptiness" according to the correspondence world paradigm = image  of man = image of God!

Hans Sedlmayr describes in his monumental work "The Lost Center" the steady decline of culture since the French Revolution, which is most evident in art and in painting. The middle stands for the sacred. According to the Christian shaman Black Elk (Black Deer), a simply locatable "center of the world" would at the same time be the origin, i.e. the seat of the Creator.
“The first peace, which is the most important, is that which comes within the souls of people when they realize their relationship, their oneness with the universe and all its powers, and when they realize at the center of the universe dwells the Great Spirit, and that its center is really everywhere, it is within each of us
- Black Elk, "The Sacred Pipe"
Albert Einstein, who today - after 100 years - is still presented to the growing generation (completely wrongly!) as the "greatest genius of modern times", was asked about the most important philosophical question a human being could ask himself. His answer was: "Is the universe a friendly place?" He thus confirmed the above-mentioned connection between the conception of man and the conception of the world. And yes, even the ruling, dystopian cosmology - like the human image - is not "without alternative" either! There is a fully-fledged, physically perfectly logical model that is even compatible with ancient ideas of the "cosmic egg": the cellular cosmology.

Dienstag, 23. April 2019

Schiller vs. Kant oder Souveränität vs. Kontrolle

Kant und Schiller - Menschenbilder formen Gesellschaften

Es ist heute unschwer zu erkennen, wo hinein die Konvergenz von gesetzlich sanktioniertem Eingriff in die Privatsphäre und dem massivem Ausbau der Überwachungstechnologien münden wird! Aber welche treibende Kraft steckt hinter dieser beängstigenden, scheinbar unaufhaltbaren Entwicklung? Es ist letztlich das negative Menschenbild,  das paradoxerweise derselbe Aufklärer Immanuel Kant vertrat, der auch den "Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit" forderte. 

Das chinesische Sozialkreditsystem
Jeder einzelne sollte sich fragen, welches Menschenbild er vertritt: von Grund auf gut oder böse? Entsprechend formt sich der Staat! Derzeit wird das Kantsche Szenario "zementiert": Was technisch machbar ist, wird heute  umgesetzt: Sämtliches Verhalten von Einzelpersonen in ihren Wohungen oder außerhalb kann in Zukunft durch sog. "Intelligente Zähler" vollautomatisch protokolliert werden. Der bereits gestarte Aufbau der 5G-Technologie wird die Funkzellengröße dramatisch reduzieren, sodass auch RFID-Überwachung möglich wird, bzw. durch das Internet der Dinge wirklich alle unbeweglichen und beweglichen Objekte erfasst werden. Der Mensch ist in diesem technokratischen Szenario nur noch eine "Ressource", bzw. eher ein "Störfaktor", der verwaltet und optimiert werden muss. 

 "Na und?" fragt sich das moderne Schlafschaf, "ich haben doch nichts zu verbergen? Wir leben doch in einer Demokratie mit Menschenrechten?" Träum weiter! Der "große Diktator" ist kein Mensch! Die Rede ist vom vollautomatischen Social Credit Score-System (SC), wie es in China letztes Jahr eingeführt wurde. Wer sich daneben benimmt (z.B. mit dem Auto zum Einkaufen fährt, statt mit dem Fahrrad oder sonst wie CO² unnötig produziert), bekommt Punkteabzug; wer gehorcht (regelmäßig seine Eltern besucht, weniger oft in den Urlaub jettet), wird vom System mit Punkten belohnt. Aufgrunddessen sollen Chinesen schon 17 Millionen Flüge verweigert worden sein. Mobilität wird immer weiter eingeschränkt. Dazu Zitat Angela Merkel: "In 20 Jahren wird man nur noch mit Sondergenehmigung selbständig Auto fahren dürfen." Dazu kommt natürlich der bargeldlose Zahlungsverkehr, der alle gekauften und verkauften Gegenstände protokolliert, einschließlich Ort, Zeit und Transaktionspartner. 

Zwischen intelligentem Stadt-Management und Totalüberwachung ist es nur ein Klick.
„Wer es wagt, in den sozialen Medien ständig über die Missstände im Land zu schimpfen, bekommt Punkte abgezogen. Wang spricht vom 'kommunistischen Musterbürger', den die chinesische Führung auf diese Weise schaffen wolle. Zugleich bedeute das 'die totale Kontrolle'.“
Felix Lee: Die AAA-Bürger
 Alles konvergiert in einem vollautomatischen, lückenlosen Überwachungsystem von noch nie gekannten, globalen Ausmaßen. Gegen diese historisch einmalige Art der Totalüberwachung à la Orwell 2.0 war der Stasi-Staat der DDR ein Kindergeburtstag. Und um diesen Alptraum noch "kompetitiver" und "dynamischer" zu gestalten, haben sich die Planer weitere Nettigkeiten einfallen lassen, wie z.B. Punkteabzug für Kontakt oder Nähe zu Menschen mit niedrigem Scoring. Das würde sogar Familien spalten und die Atomisierung der Gesellschaft auf die Spitze treiben: jeder gegen jeden!

Diese Entwicklung ist aber kein Naturgesetz, sondern dahinter steckt ein ganz bestimmtes Menschen- und Staatsbild, wie es bereits der Aufklärer Immanuel Kant mit beängstigender Prophetie skizzierte. Für Kant ist der Mensch eine Art Bestie "mit böser Gesinnung", wie auch aus seinem Entwurf des "Ewigen Friedens" erkennbar wird.

"01... Nun ist die republikanische 02 Verfassung die einzige, welche dem Recht der Menschen vollkommen angemessen, 03 aber auch die schwerste zu stiften, vielmehr noch zu erhalten ist, dermaßen 04 daß viele behaupten, es müsse ein Staat von Engeln sein, weil 05 Menschen mit ihren selbstsüchtigen Neigungen einer Verfassung von so 06 sublimer Form nicht fähig wären. Aber nun kommt die Natur dem verehrten, 07 aber zur Praxis ohnmächtigen allgemeinen, in der Vernunft gegründeten 08 Willen und zwar gerade durch jene selbstsüchtige Neigungen zu 09 Hülfe, so daß es nur auf eine gute Organisation des Staats ankommt 10 (die allerdings im Vermögen der Menschen ist), jener ihre Kräfte so gegen 11 einander zu richten, daß eine die anderen in ihrer zerstörenden Wirkung 12 aufhält, oder diese aufhebt: so daß der Erfolg für die Vernunft so ausfällt, 13 als wenn beide gar nicht da wären, und so der Mensch, wenn gleich nicht 14 ein moralisch=guter Mensch, dennoch ein guter Bürger zu sein gezwungen 15 wird. Das Problem der Staatserrichtung ist, so hart wie es auch klingt, 16 selbst für ein Volk von Teufeln (wenn sie nur Verstand haben) auflösbar 17 und lautet so: "Eine Menge von vernünftigen Wesen, die insgesammt allgemeine 18 Gesetze für ihre Erhaltung verlangen, deren jedes aber ingeheim 19 sich davon auszunehmen geneigt ist, so zu ordnen und ihre Verfassung einzurichten, 20 daß, obgleich sie in ihren Privatgesinnungen einander entgegen 21 streben, diese einander doch so aufhalten, daß in ihrem öffentlichen Verhalten 22 der Erfolg eben derselbe ist, als ob sie keine solche böse Gesinnungen 23 hätten."
- Kant: AA VIII, Zum ewigen Frieden. Ein ... , Seite 366
Träumt Kant hier von einer "harten" Staatserrichtung in Form eines Superstaates? Kants oft unnötig geschraubt-überladener Satzbau lädt geradezu zu Missverständnissen ein. In Diskussionen zum vorstehenden Artikel in diversen Facebook-Gruppen wurde (u.a. vom "Kant-Kenner" Dr. phil. Zorn) zu Kants Entlastung versucht, das Personalpronomen "es" (im Nebensatz "so hart es auch klingt") nicht auf die adverbiale Präpositionalphrase (adv PP) "selbst für ein Volk von Teufeln ... auflösbar", sondern auf das Subjekt (das Problem) im Sinne von "schwer" zu beziehen, bzw. das Adjektiv "hart" im Sinne von "kaum" auf das glaubende positive Ergebnis der Lösung


Diese Interpretationsvarianten ergeben jedoch weder syntaktisch, noch semantisch Sinn. Warum sollte Kant eine solch positive Wirkung als "hart" bezeichnen wollen, statt eher als "erstaunlich" oder "wundersam"? Die Formulierung der Problemlösung "klingt" nicht, sondern "lautet (so):". Der Nebensatz "so hart wie es auch klingt" muss sich logischerweise auf die vorausgehende adv PP beziehen. Man kann den Nebensatz auch nicht auf die Natur des Problems beziehen, denn erstens beschreibt Kant das Problem weiter oben bereits als einfach lösbar: es käme "nur auf eine gute Organisation des Staats an". Zweitens wäre "hart" im deutschen Sprachgebrauch eine ungebräuchliche Attribuierung eines Problems, das normal eher als "schwer", bzw. "groß" oder "ernst" bezeichnet wird (es gibt ja auch umgekehrt kein "weiches", sondern nur ein "leichtes" Problem). Drittens "klingt" ein Problem (sofern sich das Personalpronomen "es" auf das Problem bezieht) nicht "hart", sondern "ist", wennschon, "hart".  

Warum also "klingt" die adverbiale Präpositionalphrase "selbst für ein Volk von Teufeln auflösbar" so "hart"? Weil sie eben eine unbarmherzig zwingende, ja geradezu unmenschliche Wirksamkeit impliziert! Womit wir beim Superstaat wären. Ein "guter Bürger" ist bei Kant noch lange nicht gleichzusetzen mit einem guten Menschen, sondern er zeichnet sich vor allem durch Gehorsam gegenüber seinem Herren aus. 
Kant profitierte von der Regentschaft Friedrichs des Großen.
Feudalherrschaften lassen sonst keine Diskursöffentlichkeit zu. Der große Fritz aber sagte: "Räsoniert, soviel ihr wollt, nur gehorcht." Kant akzeptierte das als Fortschritt und schlug einen doppelten Gebrauch der Vernunft vor: "öffentlich" braucht die Vernunft freien Auslauf, "privat" bleibt sie gebunden - wobei Kant als "privaten Vernunftgebrauch" bezeichnet, was wir in dem uns anvertrauten bürgerlichen Posten denken und äußern dürfen.
- Ursula Homann
Kant wurde posthum übrigens eine schizoide Persönlichkeitsstörung attestiert, die "gekennzeichnet ist durch:
  • Distanziertheit, d.h. in sozialen Beziehung verhält sie sich häufig distanziert und möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden,
  • sie neigen daher eher dazu, Kontakte zu anderen zu vermeiden und beschäftigen sich lieber mit sich selbst,
  • sie ziehen sich häufig zurück und leben isoliert,
  • die Bandbreite ihres Gefühlsausdrucks in sozialen Interaktionen ist beschränkt.
Personen mit einer schizoiden Persönlichkeit sind oft extreme Einzelgänger, die keine Freude an engen Beziehungen haben. Sie werden häufig als kühl und unnahbar erlebt. Somit liegt ihre größte Beeinträchtigung im Bereich des zwischenmenschlichen."
Auch das ist ein starker Hinweis für Kants misanthropische Grundeinstellung, die absolut kein Problem mit einem übermächtigen Superstaat hat. Er hätte sich wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt, wie perfekt seine Dystopie heute bereits in China umgesetzt wird! Wird dieses Menschenbild aber der Realität gerecht? Kriminalität ist eine Definitionsfrage, genauso wie Krankheit. Die Hauptursache für Kriminalität ist nicht angeborene Bosheit, sondern Armut, bzw. mangelnde Erziehung in menschlichen Werten. Armut ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt. Steigere die Ungleichheit und die Armut, dann steigert sich die Kriminalität automatisch.

Die Umwelt wird ganz einfach krank definiert, ebenso die Menschen. Es gibt in Wahrheit weder einen menschengemachten Klimawandel, noch ein Ressourcenproblem. Die Verfügbarkeit von Ressourcen ist einzig und allein eine Frage des Energiepreises - und genau der wird künstlich in die Höhe getrieben, denn in einer monopolisierten Wirtschaft wird Profit nicht durch Mehrproduktion und Verbilligung, sondern durch künstliche Verknappung erwitschaftet, die sich hinter Verboten (s. u.a. das Hanfverbot, der schnellstwachsenden, chemiefreien Faser-Ressource überhaupt) und absichtlichen Fehlentwicklungen (Windkraft) versteckt. Eine gesunde, dynamische Gesellschaft, die nicht immer neue, grundlegendere, preiswertere Ressourcen erschließen kann, ist zur Stagnation und damit zum Untergang verdammt. Neben dem quantitativ-begrenzten Wachstum gibt es noch das qualitativ-unbegrenzte Wachstum, das sich in einem universalen Prinzip der Höherentwicklung offenbart: Effizienzsteigerung durch Verdichtung. Darunter fallen alle Hochtechnologien, wie Mikronisierung und Energieverdichtung, aber auch effiziente Transport- und Unterbringungstechnologien. Der umfassendste Parameter, der all das zusammenfasst, ist - laut dem Universalgelehrten Lyndon LaRouche - die Bevölkerungsdichte, bzw. das Bevölkerungsdichtepotenzial. Nur eine gesunde, sich entwickelnde Gesellschaft hat ein großes Potenzial. In seinem vielfach übersetzten und damaligem Millionen-Bestseller "Die Grenzen des Wachstums" von 1972 hat der NATO-Think-Tank "Club of Rome" diese Unterscheidung zwischen horizontalem und vertikalem Wachstum einfach unterschlagen und auf dieser Basis ein Horrorszenario entworfen, das zugleich der Startschuss für die "grüne Bewegung" der Hochfinanz war (nein, die ersten Grünen waren keine Hausfrauen, die sich Sorgen um ihre Kinder machten, im Gegenteil: damals waren diese noch stolz, wenn der Sohnemann Pilot oder Raketenkonstrukteur werden wollte!).

Nein, der Mensch ist kein "Parasit", bzw. "unnützer Esser" (Zitat HRH Prince Philip), sondern von Grund auf gut, wie der große Deutsche Friedrich von Schiller erklärte. Auf seiner Entwicklung hin zum mündigen, souveränen Bürger macht er natürlich kleinere und größere Fehler, aber diese können überwunden und korrigiert werden. Schiller lehrte das genaue Gegenteil von Kant, auch wenn er mit Kant als "Aufklärer" gerne in einen Topf geworfen wird. Er bezeichnete engstirnige Formalisten wie Kant scherzhaft als "Brotgelehrte" (vgl. seine Jeaner Antrittsrede als Geschichtsprofessor, für die er stehende Ovationen erntete in einem völlig überfüllten Hörsaal).
"Schillers Denkweise läßt uns immer den "philosophischen Kopf" erkennen, der bestrebt ist, das untersuchte "Gebiet zu erweitern", der weiß, daß "nur der abstrahierende Verstand ... jene Grenzen" in der Wissenschaft "gemacht hat" und dessen "edle Ungeduld ... nicht ruhen kann, bis alle seine Begriffe zu einem harmonischen Ganzen sich geordnet haben"; ja, der sein einmal errichtetes Ideengebäude "selbst zertrümmert", um es "vollkommener wiederherzustellen". Wir erleben bei Schiller immer einen Gedankenprozeß und werden selbst zum Weiterdenken angeregt.
Kant erweckt durch einen komplizierten und trockenen Vortrag den Eindruck einer alles berücksichtigenden, tiefen Betrachtung, welche das eigene Wissen immer selbstkritisch durchleuchtet. Schaut man genauer hin, so entpuppen sich die tiefen Urteile leider allzuoft als unhaltbare Vorurteile, und viele der tiefsinnig kompliziert klingenden Sätze werden, wenn man sich endlich klar gemacht hat, was sie denn sollen, zu ärmlichen Belanglosigkeiten. Für Kants Denkweise ist ein formalistischer, bisweilen pedantischer Zug typisch. Ich muß zugeben, daß ich mich beim Lesen von Kant oft ungut fühle, weil mein Denken nicht, wie bei Schiller, angeregt wird, sondern im Gegenteil in Denkschablonen gepreßt, eingeengt und manipuliert wird. Die berühmten "Kantschen Antinomien" sind ein Beispiel einer derartigen Manipulation, eine Argumentationskette, die wirklicher Wahrheitsfindung widerspricht."
- Ralf Schauerhammer, Neue Solidarität 27/2003

Nach Kant ist der Egoismus die treibende Kraft hinter der Gesellschaft, nach Schiller die selbstlose elterliche Liebe. Pessimismus (Undankbarkeit) oder Optimismus (Dankbarkeit)? Halb leer oder halb voll? Jeder Mensch fühlt sich - gemäß seiner eigenen Traumatisierung durch das Elternhaus - unwillkürlich zu einer dieser diametralen Sichtweisen hingezogen.

Schillers Menschenbild


(Auszug aus "Etwas über die erste Menschengesellschaft nach dem Leitfaden der Mosaischen Urkunde / Übergang der Menschen zur Freiheit und Humanität")
"An dem Leitbande des Instinkts, woran sie noch jetzt das vernunftlose Tier leitet, mußte die Vorsehung den Menschen in das Leben einführen und, da seine Vernunft noch unentwickelt war, gleich einer wachsamen Amme hinter ihm stehen. Durch Hunger und Durst zeigte sich ihm das Bedürfnis der Nahrung an, was er zur Befriedigung desselben brauchte, hatte sie in reichlichem Vorrat um ihn herum gelegt, und durch Geruch und Geschmack leitete sie ihn im Wählen. Durch ein sanftes Klima hatte sie seine Nacktheit geschont und durch einen allgemeinen Frieden um ihn her sein wehrloses Leben gesichert. Für die Erhaltung seiner Gattung war durch den Geschlechtstrieb gesorgt. Als Pflanze und Tier war der Mensch also vollendet. Auch seine Vernunft hatte schon von fern angefangen, sich zu entfalten. Weil nämlich die Natur noch für ihn dachte, sorgte und handelte, so konnten sich seine Kräfte desto leichter und ungehinderter auf die ruhige Anschauung richten, seine Vernunft, noch von keiner Sorge zerstreut, konnte ungestört an ihrem Werkzeug, der Sprache, bauen und das zarte Gedankenspiel stimmen. Mit dem Auge eines Glücklichen sah er jetzt noch herum in der Schöpfung; sein frohes Gemüt faßte alle Erscheinungen uneigennützig und rein auf und legte sie rein und lauter in einem regen Gedächtnis nieder. Sanft und lachend war also der Anfang des Menschen, und dies mußte sein, wenn er sich zu dem Kampfe stärken sollte, der ihm bevorstand.
Setzen wir also, die Vorsehung wäre auf dieser Stufe mit ihm stillgestanden, so wäre aus dem Menschen das glücklichste und geistreichste Tier geworden - aber aus der Vormundschaft des Naturtriebs wäre er niemals getreten, frei und also moralisch wären seine Handlungen niemals geworden, über die Grenzen der Tierheit wäre er niemals gestiegen. In einer wollüstigen Ruhe hätte er eine ewige Kindheit verlebt - und der Kreis, in welchem er sich bewegt hätte, wäre der kleinstmöglichste gewesen, von der Begierde zum Genuß, vom Genuß zur Ruhe und von der Ruhe wieder zur Begierde.
Aber der Mensch war zu ganz etwas anderem bestimmt, und die Kräfte, die in ihm lagen, riefen ihn zu einer ganz andern Glückseligkeit. Was die Natur in seiner Wiegenzeit für ihn übernommen hatte, sollte er jetzt selbst für sich übernehmen, sobald er mündig war. Er selbst sollte der Schöpfer seiner Glückseligkeit werden, und nur der Anteil, den er daran hätte, sollte den Grad dieser Glückseligkeit bestimmen. Er sollte den Stand der Unschuld, den er jetzt verlor, wieder aufsuchen lernen durch seine Vernunft und als ein freier vernünftiger Geist dahin zurückkommen, wovon er als Pflanze und als eine Kreatur des Instinkts ausgegangen war; aus einem Paradies der Unwissenheit und Knechtschaft sollte er sich, wäre es auch nach späten Jahrtausenden, zu einem Paradies der Erkenntnis und der Freiheit hinaufarbeiten, einem solchen nämlich, wo er dem moralischen Gesetz in seiner Brust ebenso unwandelbar gehorchen würde, als er anfangs dem Instinkt gedient hatte, als die Pflanzen und Tiere diesem noch heute dienen. Was war also unvermeidlich? Was mußte geschehen, wenn er diesem weitgesteckten Ziel entgegenrücken sollte? Sobald seine Vernunft ihre ersten Kräfte nur geprüft hatte, verstieß ihn die Natur aus ihren pflegenden Armen, oder richtiger gesagt, er selbst, von einem Trieb gereizt, den er selbst noch nicht kannte, und unwissend, was er in diesem Augenblick Großes tat, er selbst riß ab von dem leitenden Bande, und mit seiner noch schwachen Vernunft, von dem Instinkte nur von ferne begleitet, warf er sich in das wilde Spiel des Lebens, machte er sich auf den gefährlichen Weg zur moralischen Freiheit. Wenn wir also jene Stimme Gottes in Eden, die ihm den Baum der Erkenntnis verbot, in eine Stimme seines Instinktes verwandeln, der ihn von diesem Baum zurückzog, so ist sein vermeintlicher Ungehorsam gegen jenes göttliche Gebot nichts anders als - ein Abfall von seinem Instinkte - also erste Äußerung seiner Selbsttätigkeit, erstes Wagestück seiner Vernunft, erster Anfang seines moralischen Daseins. Dieser Abfall des Menschen vom Instinkte, der das moralische Übel zwar in die Schöpfung brachte, aber nur um das moralische Gute darin möglich zu machen, ist ohne Widerspruch die glücklichste und größte Begebenheit in der Menschengeschichte, von diesem Augenblick her schreibt sich seine Freiheit, hier wurde zu seiner Moralität der erste entfernte Grundstein gelegt..."

Kants Menschenbild


Ralf Schauerhammer beschreibt in seinem brillantem Artikel das Kantsche Menschenbild, wie es auch von heutigen Politikern 1:1 vertreten wird, insbesondere von den Grüninnen: Der Mensch als "zu intelligent geratenes Tier":
Kant teilt die Entwicklung in vier Schritte ein, welche die Vernunft des Menschen macht, und ordnet diesen Schritten Bibelstellen zu. Warum gerade vier Schritte, und warum diese, erklärt er nicht. Im ersten Schritt, den die Vernunft über den Instinkt hinausgeht, erweitert sie die Grenzen der Nahrungsaufnahme über den Instinkt hinaus. Das ist für Kant nicht eine Befreiung und qualitative Veränderung des Menschen, sondern eine durchaus problematische Sache, und sofort entspringt diesem ersten Vernunftgebrauch der Mißbrauch.
    "Solange der unerfahrene Mensch diesem Ruf der Natur gehorchte, so befand er sich gut dabei. Allein die Vernunft fing bald an sich zu regen, und suchte. .. seine Kenntnis der Nahrungsmittel über die Schranken des Instinkts zu erweitern... Allein, es ist eine Eigenschaft der Vernunft, daß sie Begierden mit Beihülfe der Einbildungskraft, nicht allein ohne einen darauf gerichteten Naturtrieb, sondern sogar wider denselben, erkünsteln kann, welche im Anfange den Namen der Lüsternheit bekommen, wodurch aber nach und nach ein ganzer Schwarm entbehrlicher, ja sogar naturwidriger Neigungen, und der Benennung der Üppigkeit, ausgeheckt wird."
Wenn man es so sieht, möchte man sich über die neue Vernunftfreiheit gar nicht freuen, liegt es doch in der "Eigenschaft der Vernunft", daß sie sofort alle möglichen "naturwidrigen Neigungen" erzeugt, von denen das tierische Wesen verschont bleibt.
Und so erklärt Kant in seiner "Anmerkung" zu der Schrift den Sündenfall zwar wie auch Schiller als "Übergang aus der Vormundschaft der Natur in den Stand der Freiheit", aber dieser "erste Schritt" war für Kant ein "Fall" und "eine Menge nie gekannter Übel des Lebens die Folge dieses Falls". Das ist die gerechte Strafe für diesen Fall. Kants Begründung: "Die Geschichte der Natur fängt also vom Guten an, denn sie ist das Werk Gottes; die Geschichte der Freiheit vom Bösen, denn sie ist Menschenwerk." Schiller spielt in seiner Schrift auf diese Sichtweise in offensichtlicher Ironie an, wenn er sagt, daß wohl ein "Volklehrer" bei diesem Schritt von einem "Fall" sprechen könne, "aber der Philosoph" müsse "der menschlichen Natur zu diesem wichtigen Schritt zur Vollkommenheit Glück wünschen".
Der Mensch ist von Natur aus böse. Er tut das Gute nicht aus Neigung, sondern aus Sympathie und Ehre.“
- I. Kant: Reflexionen zur Anthropologie, 1425. AA XV, Seite 622, 9f
Der Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter andern seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig hat. Denn er missbraucht gewiss seine Freiheit in Ansehung anderer seinesgleichen; und ob er gleich als vernünftiges Geschöpf ein Gesetz wünscht, welches der Freiheit Aller Schranken setze: so verleitet ihn doch seine selbstsüchtige tierische Neigung, wo er darf, sich selbst auszunehmen.“
- I. Kant: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784. Sechster Satz   
Kants Stärke waren nicht Mitgefühl oder Menschlichkeit, sondern das Kategoriseren, das auch vor den menschlichen Rassen nicht Halt machte:
"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. [...] Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege."
- Kant AA IX, Von den verschiedenen Rassen


"Wir treffen hier auf einen grundlegenden Gegensatz. Wer einen Staat will, in dem ein kleine Oligarchie die Mehrheit beherrscht, der muß davon ausgehen, daß der Mensch schlecht ist, um zu rechtfertigen, daß er die Mehrheit durch Gesetze und Zwang (wie subtil und "modern" er auch sein mag) unterdrückt, während die Vertreter eines freien Staates immer vom guten, verbesserungsfähigen Menschen ausgehen und ihre Hauptaufgabe darin sehen, möglichst viele Mitmenschen zu verantwortlichen Staatsbürgern zu erziehen.... Der Unterschied der Denkweise und des Menschenbildes von Kant und Schiller [ist] keine theoretische Frage, sondern eine Frage der praktischen Politik." - R. S. a.a.O.

Das Perfide ist, dass man die Umwelt absichtlich verkommen lässt und echte Lösungen verhindert, um die Menschen moralisch mürbe zu machen, ihnen ihre Schlechtigkeit und Unfähigkeit einzureden! Geniale Lösungen zur Plastikbeseitigung in allen Weltmeeren bekommen schlichtweg nicht die Unterstützung, die sie angesichts der Anti-Plastik-Kampagne logischerweise erhalten müssten, obwohl sie schon ausgereift und in kleinem Maßstab bereits im Einsatz sind. Es würde eine Aufbruchsstimmung erzeugen und die immer massiveren Einschränkungen hinterfragen. Die Grüne Bewegung ist eine Kunstbewegung, erkennbar daran, dass sie gerade solche Initiativen ignoriert und immer nur neue Auflagen und Einschränkungen fordert. Sie war von Anfang an die Speerspitze der Verknappungsindustrie. Umweltschutz müdet in der Ökodiktatur:
    “Wir haben erkannt, daß eine Loslösung des Menschen aus der Natur, aus dem Lebensganzen zu seiner Vernichtung... führt. Nur durch Wiedereingliederung des Menschen in das Naturganze kann [der Mensch] zum Erstarken gebracht werden. Das ist der tiefste Sinn der biologischen Aufgabe der Gegenwart. Nicht der Mensch allein steht mehr im Mittelpunkt des Denkens, sondern das Leben als Ganzes, wie es sich in allen Lebewesen auf der Erde offenbart. Dabei wir kein einsichtiger Biologe die Bedeutung all dessen übersehen, was den Menschen über die übrigen Organismen hinaushebt. Dieses Streben nach Verbundenheit mit dem Gesamtleben, ja mit der Natur überhaupt, in die wir hineingeboren sind, das ist aber, soviel ich sehe, der tiefste Sinn und das eigentliche Wesen nationalsozialistischen Denkens.”
"Oh, pardon! Da haben wir im Tagebuch der “grünen Bewegung” anscheinend einige Seiten zu weit zurückgeblättert. Das Zitat stammt nämlich aus dem Buch "Biologischer Wille, Wege und Ziele biologischer Arbeit im neuen Reich" aus dem Jahre 1934. Der Verfasser ist Ernst Lehmann, der die “Aufgabe der Biologie” damals darin sah, für die Beseitigung der “Gefahren der Rassenmischung neue Waffen zu schmieden”. Vertreter der “grünen Bewegung” von heute hätten es nicht besser sagen können. Sie hätten vielmehr auch noch den Hinweis “was den Menschen über die übrigen Organismen hinaushebt” weggelassen." (Entnommen aus: Sackgasse Ökostaat)
Auch das folgende Zitat bekommt in diesem Zusammenhang eine beklemmende Zweideutigkeit:
“Eine gute Entwicklung ist nur möglich, wenn wir die Gegensätze nicht nur zwischen den Völkern abbauen, sondern auch zwischen Mensch und Natur. Eine friedliche Zukunft der Menschheit wird nur gesichert sein, wenn wir auch den Frieden mit der Natur finden.” (Helmut Kohl)

Dann gibt es - last not least - auch das "libertäre Modell" einer Gesellschaftsordnung, das ganz ohne Staat auszukommen meint. Unabhängig davon, dass eine staatliche Struktur grundsätzlich nur ein Ausdruck eines höherentwickelten "Sozialen Organismus" darstellt, muss sich dieses Modell aber genauso an seinem Menschenbild messen lassen, denn dieses war es zu allen Zeiten, welches die Staatsform begründete (der Kant/Schillersche Gegensatz spiegelte sich z.B. auch in der Rivalität zwischen Sparta und Athen wider).

Letztlich führt kein Weg an der spirituellen Höherentwicklung des Menschen vorbei! 
"Die politisch-ökologische Krise unserer Zeit eine psycho-kosmologische Krise. Wir sind in Wahrheit kosmische Wesen und vom Kosmos 'gemeint'." 
- Jochen Kirchhoff


Das negative Menschenbild drückt sich - wen wundert's? - auch in einer negativen Kosmologie aus! Schon Oswald Spengler erklärte in seiner Monumentalkritik "Der Untergang des Abendlandes" die allmähliche Entstehung der bedrückenden Vorstellung von der Leere des Weltalls, die den antiken Völkern noch völlig fremd war. Die außen wahr-genommene Leere , die "Welt als Guckkasten" sei Ausdruck eines "faustischen Lebensgefühls der Leere" gemäß der Entsprechung Weltbild = Menschenbild = Gottesbild!


Hans Sedlmayr beschreibt in seinem Monumentalwerk "Verlust der Mitte" den stetigen Verfall der Kultur seit der französischen Revolution, der sich am deutlichsten in der Kunst und dort in der Malerei zeigt. Die Mitte steht für das Sakrale. Eine einfach verortbare "Mittelpunkt der Welt" wäre laut dem christlich geprägten Schamanen Black Elk (Schwarzer Hirsch) zugleich der Ursprung, also der Sitz des Schöpfers.

Albert Einstein, der noch heute - nach 100 Jahren - der heranwachsenden Generation (völlig zu Unrecht!) als "größtes Genie der Neuzeit" präsentiert wird, wurde nach der wichtigsten philosophischen Frage gefragt, die sich ein Mensch stellen könne. Seine Antwort war: "Ist das Universum ein freundlicher Ort?" Damit bestätigte er den o.g. Zusammenhang von Menschenbild und Weltbild. Und ja, auch die herrschende, dystopische Kosmologie ist - wie das Menschenbild - ebenfalls nicht "alternativlos"! Es gibt ein vollwertiges, physikalisch vollkommen logisches Modell, das sogar mit den antiken Vorstellungen vom "kosmische Ei" kompatibel ist: die Zellularkosmologie.