Sonntag, 28. April 2019

Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis

Zusammenfassung


Der letzte Zweck aller Wissenschaft und Religion ist die systematische Erkenntnis der Wahrheit. Dem objektiven Verstand sind jedoch durch den rein subjektiven Wesenskern der Wirklichkeit prinzipielle Grenzen gesetzt (Gödelsches Unvollständigkeitstheorem). Da er nur durch Vergleich erkennen kann, entzieht sich ihm die Singularität, das eigenschaftslose, unbegreifliche Sein. Die Wirklichkeit ist konzentrisch aufgebaut: Die äußere, sichtbare Welt ist Symbol der inneren, unsichtbaren. Und da sich alles analog zueinander verhält (wie innen, so außen, wie oben, so unten), muss auch der konkrete, materielle Kosmos konzentrisch aufgebaut sein - wodurch die Zellularkosmologie abstrakt bewiesen wäre. Der kabbalistische Baum des Lebens mit seinen zehn Sphären (Sephiroten) liefert dazu die "universale Struktur", die sowohl auf der konkreten, als auch auf der abstrakten Betrachtungsebene anwendbar ist. Das Zentrum verhält sich dabei zur Peripherie wie die Einheit zur Vielfalt, wie der Mittelpunkt zum Kreis. Beide bedingen einander und spannen das Schöpfungsparadox auf. Ein anderes Wort für dieses immerwährende, immerschöpferische, ineinander und auseinanderstrebende Spannungsverhältnis ist - Liebe!

Was ist Wahrheit?


Das Sein als innerste und höchste Wahrheit
Über den Wahrheitsbegriff herrscht zunehmende Verwirrung in einer Zeit, wo Relativismus (“es gibt keinen absoluten Maßstab für menschliches Verhalten / es gibt nichts Absolutes / es gibt keine Mitte, kein Allerheiligstes”) und Existenzialismus (“es gibt keine göttliche oder kosmologische Ordnung, Theorie kann nur subjektiv vom einzelnen ausgehen”) um sich greifen. Eine einfache etymologische Betrachtung ist hier aufschlussreich: Im Sanskrit ist "satya" der Begriff für Wahrheit, der sich aus "sat" (das Sein) und "tya" (das Ding / "Thing") zusammensetzt, also das "seiende Ding", das "Ding an sich" bezeichnet, das einfach nur "ist" - eigenschaftslos und damit unveränderlich. Vgl. das "Ich bin" - der Name Gottes.  Wir könnten also zunächst feststellen:
Wahrheit ist das Zugrundeliegende, Ursächliche und Unveränderliche.
Aber dieser Definition würde angesichts des abstrakten "Seins" noch etwas fehlen: 
Wahrheit ist letztlich subjektiv, d.h. nicht objektivierbar.
Und tatsächlich: Mit seinem epochalen Unvollständigkeitstheorem bewies Kurt Gödel, der größte Logiker des 20. Jahrhunderts, dass es kein hinreichend mächtiges axiomatisches System gibt, das alle Aussagen innerhalb seiner selbst beweisen kann. Es gibt also stets wahre, aber dennoch nicht beweisbare, bzw. nicht widerlegbare Aussagen (vergleichbar mit der weder falschen, noch wahren, sondern metalogisch "unentscheidbaren" Aussage "Ein Kreter sagt: alle Kreter lügen"). Ein System oder Kalkül ist damit entweder paradox und vollständig, oder widerspruchsfrei und unvollständig.


Somit bleibt immer eine Lücke vorhanden, durch die das Leben aus der unveränderlichen, subjektiv-singulären Seinsquelle erneuernd in die zur Verkrustung neigende objektiv-mannigfaltige Schöpfung nachströmt und sie periodisch aufbricht (vgl. die religiösen Offenbarungen der unveränderlichen Wahrheit in immer neuen, dem Zeitgeist angepassten Lehren).

Was ist Erkenntnis?


Erkenntnisfähigkeit unterscheidet den Menschen vom Tier. Während das Tier jahrein, jahraus in Regelkreisen lebt, kann die menschliche Gesellschaft durch eine einzige Erkenntnis (bzw. Erfindung) einen neuen “Aggregatszustand” einnehmen. Erkenntnis wird durch Vergleich gewonnen, durch die Analogie: Etwas Neues, Unbekanntes kann nur erkannt werden, indem man dessen Eigenschaften mit etwas Altem, Bekanntem vergleicht. Voraussetzung ist hierbei, dass das Neue und das Alte vergleichbare Eigenschaften besitzen (z.B. Form, Farbe, Verhalten). Das wiederum setzt voraus, dass alle Dinge eine gemeinsame Ursprungsebene haben. Die Einheit aller Dinge ist also das Dogma, auf dem Erkenntnis und das Analogiedenken allgemein aufsetzen.
Erkenntnis wird durch Vergleich des Unbekannten mit dem Bekannten erlangt.
Und in diesem Sinne möchte ich einen Grundlagentext vom „Anonymus d’outre tombe“ (Pseudonym) nicht vorenthalten, der in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann:
    Wie die Konzentration die Grundlage für allen praktischen Erfolg ist, so ist es das Dogma von der Grundeinheit der Welt in Hinsicht auf alle Erkenntnis – ohne sie ist keine Erkenntnis denkbar.     Das Dogma der Einheit des Wesens von allem, was existiert, geht jedem Erkenntnisakt voraus, und jeder Erkenntnisakt setzt das Dogma von der Einheit der Welt voraus.
    Das Ideal oder das letzte Ziel aller Philosophie und aller Wissenschaft ist die Wahrheit. Aber "Wahrheit" hat keinen anderen Sinn als den der Reduktion der Vielheit der Erscheinungen auf die wesensmäßige Einheit - von den Tatsachen zu den Gesetzen, von den Gesetzen zu den Prinzipien, von den Prinzipien zum Wesen oder zum Sein. Alles mystische, gnostische, philosophische und wissenschaftliche Suchen und Forschen nach der Wahrheit postuliert die Existenz dieses Dogmas, d.h. die Grundeinheit der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen in der Welt. Ohne diese Einheit wäre nichts erkennbar. Wie könnte man fortschreiten vom Bekannten zum Unbekannten - und genau das ist die  Methode des Fortschrittes in der Erkenntnis -, wenn das Unbekannte mit dem Bekannten nichts zu tun hätte; wenn das Unbekannte, mit dem Bekannten keinerlei Verwandtschaft hätte und wenn es ihm absolut und essentiell fremd wäre? Wenn wir sagen, dass die Welt erkennbar ist, d.h., dass es Erkenntnis als solche gibt, erklären wir durch eben diese Tatsache das Dogma von der essentiellen Einheit der Welt oder ihre Erkennbarkeit. Wir erklären, dass die Welt kein Mosaik ist, in welchem eine Vielzahl von Welten, die einander völlig wesensfremd sind, zusammengefügt ist, sondern dass sie ein Organismus ist, bei dem alle Teile vom gleichen Prinzip beherrscht werden, das sie offenbaren und auf das sie sich zurückführen lassen. Die Verwandtschaft aller Dinge und aller Wesen ist die unbedingte Voraussetzung, die "conditio sine qua non", ihrer Erkennbarkeit.
     Nun hat die uneingeschränkt anerkannte Verwandtschaft aller Dinge und aller Wesen eine Erkenntnismethode hervorgebracht, die dem genau entspricht. Sie ist allgemein bekannt als „Methode der Analogie“. Die Analogie ist kein Dogma oder Postulat, wie es die essentielle Einheit der Welt ist, sondern sie ist die erste und grundlegende Methode (das Alpha im Alphabet der Methoden), deren Gebrauch es möglich macht, in der Erkenntnis Fortschritte zu machen. Sie ist der erste aus dem Dogma der universalen Einheit gezogene Schluss: weil auf dem Grunde der Mannigfaltigkeit der Phänomene sich ihre Einheit auf solche Weise findet, dass sie zugleich verschieden und eins sind, sind sie weder identisch noch heterogen, sondern analog, insofern sie ihre Wesensverwandtschaft bekunden.
     In der Logik, welche die Grundlage der Philosophie und der Wissenschaften ist, spielt die Analogie folgende Rolle:
        1. Das Verfahren der Klassifikation der Dinge aufgrund ihrer Ähnlichkeit ist der erste Schritt auf dem Weg des Forschens mittels der induktiven Methode. Es setzt die Analogie der Dinge, die zu klassifizieren sind, voraus.
        2. Die Analogie (der Analogieschluss) kann die Grundlage von Hypothesen bilden. So geht die berühmte Urnebelhypothese von Laplace auf die Analogie zurück, welche er in der Richtung der kreisförmigen Bewegungen der Planeten um die Sonne, der Bewegung der Trabanten um die Planeten und der Drehung der Planeten um ihre Achse beobachtete: Er schloss also von der sich in diesen Bewegungen äußernden Analogie auf ihren gemeinsamen Ursprung.
       
       3. John Maynard Keynes sagt: „Die wissenschaftliche Methode strebt hauptsächlich nach Mitteln, um die bekannte Analogie so weit zu steigern, dass wir die reine Induktion möglichst entbehren können.“ (A Treatise on Probability, dt: Über Wahrscheinlichkeit (Leipzig 1926) S. 206).
    Nun beruht die „reine Induktion“ auf einer einfachen Aufzählung; sie ist im Wesentlichen nur ein Schluss auf der Grundlage von statisch erfassten empirischen Daten. Danach würde man z.B. sagen: Da Johann ein Mensch ist und gestorben ist, da Peter ein Mensch ist und gestorben ist, da Michael ein Mensch ist und gestorben ist usw., ist der Mensch sterblich. Die Stärke dieses Argumentes hängt ab von der Zahl oder Quantität der durch Erfahrung bekannten Tatsachen. Die Methode der Analogie dagegen fügt der Quantität das qualitative Element hinzu, das von inhaltlicher Tragweite ist.     Hier ein Beispiel für einen Analogieschluss: Andreas ist aus Materie, Energie und Bewusstsein gebildet. Da die Materie nicht mit seinem Tode verschwindet, sondern lediglich ihre Form wechselt; da die Energie nicht verschwindet, sondern nur die Art ihrer Aktivität ändert, kann auch das Bewusstsein von Andreas nicht einfach verschwinden, sondern es muss seine Form und seine Art oder Ebene der Aktivität ändern. Also ist Andreas unsterblich.
    Dieses Argument beruht auf der Formel des Hermes Trismegistos: Was unten ist (Materie, Energie), ist wie das, was oben ist (Bewusstsein). Wenn es also ein Gesetz von der Erhaltung der Materie und der Energie gibt (obwohl die Materie sich in Energie umwandelt und umgekehrt), so muss notwendigerweise auch ein Gesetz bestehen von der Erhaltung des Bewusstseins oder von der Unsterblichkeit.
    Nach Keynes ist es das Ideal der Wissenschaft, Mittel zu finden, um die Tragweite von bekannten Analogien so weit zu treiben, bis man ohne die hypothetische Methode der reinen Induktion auskommen kann, d.h., bis man in der Lage ist, die wissenschaftliche Methode in reine Analogie umzuwenden, die auf reiner Erfahrung beruht ohne hypothetische Elemente, wie sie der reinen Induktion immanent sind. Dank der Methode der Analogie macht die Wissenschaft ihre Entdeckungen (indem sie vom Bekannten zum Unbekannten fortschreitet), bildet sie ihre fruchtbaren Hypothesen und verfolgt sie ein leitendes methodisches Ziel. Die Analogie ist ihr Anfang und Ende, ihr Alpha und Omega.
    In der spekulativen Philosophie und der Metaphysik kommt der Analogie dieselbe Rolle zu. Alle Schlussfolgerungen von metaphysischer Tragweite beruhen einzig und allein auf der Analogie, d.h. der Entsprechung von Mensch, Natur und der intelligiblen oder metaphysischen Welt. So bedienen sich die beiden Hauptautoritäten der methodischsten und diszipliniertesten Philosophie – der mittelalterlichen Scholastik - , der hl. Thomas von Aquin und der hl. Bonaventura (der eine Repräsentant des Aristotelismus und der andere Vertreter des Platonismus in der christlichen Philosophie), nicht nur der Analogie, sondern sie weisen ihr auch eine sehr wichtige theoretische Rolle in ihren Lehren zu. Der hl. Thomas von Aquin stellt die Lehre von der "Analogia entis - der Analogie des Seins" auf, die der Hauptschlüssel seiner Philosophie ist. Der hl. Bonaventura interpretiert in seiner Lehre von der "Signatura rerum" die ganze sichtbare Welt als Symbol der unsichtbaren Welt. Für ihn ist die sichtbare Welt nur eine andere Heilige Schrift, eine andere Offenbarung neben derjenigen, die in der eigentlichen Heiligen Schrift enthalten ist.
    „Et sic patet quod totus mundus est sicut unum speculum plenum luminibus praesentantibus divinam sapientiam, et sicut carbo effundens lucem.“
    "Und so ist offenbar, dass die ganze Welt wie ein einziger Spiegel ist, voll von Lichtern, die die göttliche Weisheit darstellen, und wie eine lichtsprühende Kohle."
    [Flamme im Zelt, Feuer in der Kohle: Symbol für Symmetrie und Asymmetrie, Dynamik und Statik. Im Vaterunser ist ebenfalls die Analogie zwischen oben und unten enthalten: "Wie im Himmel, so auf Erden." (P.M.)]
    Nun sind der hl. Thomas und der hl. Bonaventura durch Sixtus V. im Jahre 1588 und von neuem 1879 durch Leo XIII. feierlich erklärt worden als: "duae olivae et duae candelabra in domo Dei uncentia“ - zwei Ölbäume und zwei strahlende Leuchter im Hause Gottes. Philosophie, Wissenschaft und öffentliche Lehre der Kirche bedienen und bestätigen also die Formel der von der Tradition geweihten "Tabula Smaragdina".
    - Quelle: „Anonymus d’outre tombe“, Die Großen Arkana des Tarot, Band 1, S. 11 ff. 

Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis


Die Aufgabe der Wissenschaft wird gerade von Naturwissenschaftlern falsch verstanden. Sie glauben, dass es lediglich um das “Wie” ginge und das “Warum” einfach außen vor gelassen werden könne. In einer Urteilsbegründung hatte das Bundesverfassungsgericht den Wissenschaftsbegriff interessanterweise aber an den Wahrheitsbegriff gekoppelt:
"Unter Wissenschaft fällt alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter Versuch zur Ermittlung von Wahrheit anzusehen ist (vgl. BVerfGE 90, 1 <12>).”- Urteilsbegründung BvR 484/99
Wissenschaftliche Erforschung der Wahrheit erfolgt stets vom Veränderlichen zum Unveränderlichen, vom Oberflächlichen zum Grundlegenden, von der Wirkung zur Ursache. Dabei können vier Ebenen unterschieden werden (s. Titelgrafik): Die Phänomene, die Naturgesetze (wo die Physiker bereits Halt machen), die kosmischen Prinzipien und das reine, himmlisch-göttliche Sein.

In der Erkenntnis der Wahrheit wenden Naturwissenschaften, Numerologie und Spiritualität grundsätzlich dieselbe Analogiemethode an. Während sich die “exakten Naturwissenschaften” heutzutage ausschließlich mit den unteren zwei Ebenen befassen (Phänomene, aus denen die Naturgesetze abgeleitet werden), setzt die Numerologie (und die Astrologie als ihre Unterdisziplin) direkt an der Ebene der Prinzipien an, die sich u.a. auch in den Grundzahlen 1 bis 9 manifestieren. Denn Zahlen sind weit mehr als Quantoren, sie sind in erster Linie Qualifikatoren. Sie zählen nicht nur, sondern “er-zählen” (vgl. die Vortex-Mathematik von Marco Rodin). Zahlen werden nicht er-funden, sondern ge-funden. Die spirituellen Mysterienschulen - als komplementärer Gegenpol der exakten Naturwissenschaften - erlangen ihren Erkenntnisgewinn durch Kontemplation und Meditation über das reine Sein, also über die höchste Wahrheitsebene.

Die vier Erkenntnisebenen im Beispiel


Prinzipien unterscheiden sich von Naturgesetzen in ihrem Abstraktionsgrad. Während sich die Gesetze auf die Wechselwirkung konkreter Objekte und Kräfte beziehen, beschreiben die Prinzipien die analoge Qualität der Vorgänge. Durch die Abstrahierung auf grundlegendere Ebenen sind grundlegendere Erkenntnisse möglich.
Beispiel 1: phänomenologisch (1) wird beobachtet, dass jeder Aktion eine Reaktion folgt. Das Naturgesetz (2) dahinter der Impulserhaltungssatz. Er sagt voraus, was z.B. beim Zusammenprall zweier gleich schwerer Kugeln geschieht: die aufprallende (agierende) bleibt stehen, weil die ruhende (reagierende) der Aktion die Reaktion entgegensetzt, den Impuls dabei komplett absorbiert. Das metaphysische Prinzip (3) dahinter könnte die Yin-Yang-Polarität: Ein Yin-Impuls löst eine Yang-Gegenreaktion aus. Über dem Prinzip der Polarität steht wiederum die Einheit allen Seins (4), in der die Summe aller Impulse dieselbe bleibt.

Beispiel 2: yang-männlich-kontrahierend-strahlend-fokussierend-aktion gegen yin-weiblich-expandierend-reflektieren-streuend-reaktion. Wenn man z.B. weiß, dass 95% der Balance im Körper von der Ernährung abhängen und z.B. Zucker als yin-induzierend (öffnend, erweiternd) erkannt hat, kann man ein ernährungstechnisches Gegenmittel ohne medizinische Kenntnisse schneller finden, indem man in der Kategorie unter den yang-induzierenden Ausgleichsmitteln (abrenzend, fokussierend, zusammenhaltend) sucht und als stärkstes yang-Mittel Salz findet. Salz ist also der natürliche Gegenspieler von Zucker (vgl. "Die Salzlüge").

Beispiel 3: Die Zahl Zwei entspricht unter den sieben Planeten dem Mond und dem Metall Silber. Die Zwei bedeutet Teilung und Verdoppelung (Oktavierung) zugleich, das Opfer, aber auch Wachstum und Regeneration als natürliche Aktion-Reaktion-Folge des Opfers. Bei verbrannter Haut bewirkt Silber (neben seiner antibakteriellen Wirkung) eine schnellere Regeneration der Hautzellen als jedes andere Mittel, weil sich die Blutkörperchen in Stammzellen verwandeln und das Gewebe erneuern. Mondlicht soll ebenfalls besonders heilend wirken, vor allem, wenn es konzentriert wird. Von den anderen Metallen ist keine derart starke medizinische Wirkung bekannt.

Beispiel 4: Es soll gelungen sein, die makroskopische Wirtschaftsmechanismen einer Gesellschaft als abstrakten elektrischen Schaltkreis (
Verbraucher, Relais, Widerstände, Spannungsquelle, Kondensatoren, Schalter, Spulen uam.) zu modellieren, um aufgrund der Gesetze der Elektrizität (z.B. Stromfluss I = Spannung U / Widerstand R) die Folgen von Eingriffen genau vorhersagen zu können.

Analogie zwischen Erkenntnisweg, Entwicklungsweg und kosmischer Ordnung


Weil die Schöpfung paradox aufgebaut ist (Einheit in der Vielfalt), sind beide Enden - die Phänomene und das Sein verbunden und müssen gleichermaßen "erfahren" werden. Das Symbol dafür ist die "göttliche Leiter", auch Jakobsleiter genannt, die das Obere mit dem Unteren verbindet.

Die Königin der Wissenschaften ist die Kosmologie. Sie befasst sich mit der (göttlichen) Ordnung hinter der Schöpfung, sowie der Stellung des Menschen innerhalb dieser. Das Diagramm zeigt den dreischichtigen Zellularkosmos (Erde-Raum-Himmelsfeste), dem der kabbalistische Lebensbaum mit seinen Planeten (Sephiroten) als innerem Entwicklungspfad entspricht:

Entwicklungsweg gemäß dem Baum des Lebens

Der konzentrische kabbalistische Baum als die
Urstruktur des Universums und des
Erkenntnis- und Entwicklungsweges der Seele.
Die Synthese von Exoterik (Naturwissenschaft) und Esoterik (Spiritualität) bedarf einer hermetischen Kosmologie, in der die berühmten Gesetze des Hermes Trismegistos gelten (“Wie oben, so unten, wie innen, so außen, wie im Großen, so im Kleinen”). 

Below the upper, above the lower is he [the sun] who knows his father.
- Rigg Veda
DIE GÖTTLICHE LEITER
 

The Divine Ladder. Source: Creating the Soul Body

Die Erweiterung des Bewusstseins über das Spektrum der Entwicklungsstufen erfolgt eher sprunghaft, denn kontinuierlich. Wie wir herausfanden, wird in der Rigg Veda die Erweiterung des Bewusstseins mit dem Aufsteigen und Absteigen auf einer göttlichen Leiter verglichen, deren Sprossen durch alle Welten gehen: "Diese Stufen, die absteigend genannt werden, werden auch als aufsteigend bezeichnet. Sie tragen die göttlichen Sphären, als ob sie an einer Stange zusammengespannt wären.
     In der Antike wurden Leitern oft gebaut, indem man Stöcke an einen Mast anband; eine Praxis, die im ländlichen Indien immer noch verbreitet ist. Die Ältesten setzten den Prozess des Aufstiegs und des Absteigens gleich, weil die erleuchtete Seele gleichzeitig in Richtung des unendlichen Großen aufsteigen und in Richtung des unendlich Kleinen absteigen muss, um das kosmische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten; denn jedem Aufstiegsschritt muss ein entsprechender Abstiegsschritt folgen, so dass das Wissen über die mikroskopischen Teile und das makroskopische Ganze zusammenwachsen.
    Wir können eine ähnliche Vorstellung im Buch der Genesis finden, in dem die göttliche Leiter Jakob, dem Enkel Abrahams, in einem Traum offenbart wird: "Und siehe, eine Leiter, die auf der Erde aufgestellt ist, und deren Spitze in den Himmel reicht: Und siehe, wie die Engel Gottes auf ihr auf- und absteigen. Und siehe, der Herr stand oben an ihrer Spitze und sagte: Ich bin der Herr, der Gott Abrahams, dein Vater."
    Die vedischen und hebräischen Weisen haben sich höchstwahrscheinlich das Spektrum des Bewusstseins ähnlich vorgestellt und benutzten dieselbe Analogie (die göttliche Leiter), um es zu beschreiben.

Die Weltformel wird es niemals geben,
denn das Paradox ist die Grundlage der Schöpfung:
die Einheit in der Vielfalt.
Ein anderes Wort für dieses Prinzip ist "Liebe".

Liebe ist mehr als nur ein Gefühl, sie ist das Grundprinzip der Schöpfung - die Einheit in der Vielfalt. Und daher ist Liebe auch immer die Antwort. Liebe gewährt Freiheit (zum Bösen), weil sie vertraut und glaubt. Aber sie erträgt umgekehrt auch alles willig, und dafür steht die Kreuzigung. Jesus hat wohl während seiner letzten Stunden, trotz unvorstellbarer Schmerzen, den 22. Psalm mit übermenschlicher Überwindung rezitiert, während sich seine Prophetie Wort für Wort an ihm erfüllte, beginnend mit "Mein Gott, mein Gott...." und endend mit "Es ist getan / er hat es vollbracht".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen